Freebie – E-Mail-Adresse – und was kommt danach?

Freebie – E-Mail-Adresse – und was kommt danach?

Du hast ein tolles Freebie erstellt. Es funktioniert und du sammelst E-Mail-Adressen ein. Super! Und was kommt danach? Du kannst Newsletter versenden, Angebote machen, auf deine Online-Kurse hinweisen. Aber ehrlich – werden wir nicht alle mit Newslettern vollgemüllt? Wenn ich so von mir ausgehe: Häufig lese ich nur die Überschriften. Ich lösche die Mail zwar nicht, aber ich schaue auch nicht rein. Und irgendwann melde ich mich dann doch wieder ab.

Wie kannst du hier gegensteuern? Wie schaffst du es, deine Interessenten auf eine spannende Reise mitzunehmen, auf der sie am Ende tatsächlich eines deiner Produkte erwerben?

Stichwort Reise: Das ist es, was du brauchst. Du musst für deine Interessenten eine „Customer Journey“ entwickeln – einen Weg, den du gemeinsam mit ihnen gehst und der am Ende zu deinem Produkt führt. Dazu brauchst du etwas Geduld, denn die wenigsten Menschen kaufen spontan etwas von einem oder einer Unbekannten.

Freebie – E-Mail-Adresse – und was kommt danach?

Die E-Mail-Adressen deiner Interessenten haben dabei einen ganz wichtigen strategischen Vorteil gegenüber allen Likes und Followern in deinen Social-Media-Kanälen: Sie gehören dir wirklich. Sie sind nicht abhängig von irgendeinem unbekannten und zweifelhaften Algorithmus, der ihnen deine News anzeigt – oder eben auch nicht. Du kannst ganz allein darüber bestimmen, was deine Interessenten von dir lesen, hören oder sehen. Deshalb kannst du für deine Klienten auch ganz in Ruhe und ganz gezielt die E-Mail Sequenz „Customer Journey“ vorbereiten. Jeder wird definitiv jede Mail erhalten. Und wenn du es gut machst, wird die Absprungrate deutlich nach unten gehen.

Die Customer Journey (Kundenreise) oder „Denke vom Ende her!“

A. Das Freebie

Wenn du dein Freebie entwickelst, dann überlege dir dabei schon, wo dieses Freebie am Ende hinführen soll.

Ich will dir ein Beispiel geben. Ich habe eine Checkliste zur Vorbereitung von Rüstworkshops als Freebie (Für alle Nicht-Techniker: In Rüstworkshops wird darüber nachgedacht, wie man die Abläufe beim Umrüsten von Maschinen von einem Auftrag zum nächsten optimieren kann). Mein Ziel ist es, am Ende der Customer Journey einen Online-Kurs zur Durchführung von Rüstworkshops zu verkaufen. Das weiß mein Interessent natürlich noch nicht.

Mit meinem hochwertigen Freebie zeige ich aber zum ersten Mal meine Kompetenz. Jedes Freebie sollte einen vergleichsweise kurzen Namen (Titel), eine Unterüberschrift (Subtitel) und eine Beschreibung haben, die den Kundennutzen klarstellt.

In meinem Fall sieht das so aus:

Titel: Die ultimative Checkliste zur Vorbereitung eines Rüstworkshops

Subtitel: Hier ist alles, woran du bei der Vorbereitung eines Rüstworkshops denken musst.

Beschreibung: In meiner Checkliste zur Vorbereitung eines Rüstworkshops habe ich die Erfahrung aus über 15 Jahren Unternehmensberatung und Durchführung von Rüstworkshops einfließen lassen. Mit dieser Checkliste denkst du wirklich an alles: Von A wie Auftragsnummer bis Z wie Zeitmessgerät, das du für die Analyse bereitstellen musst. Ich habe die Checkliste genau in der zeitlichen Reihenfolge gegliedert, die du einfach nur abarbeiten musst, um einen Rüstworkshop professionell vorzubereiten. Du sparst jede Menge Zeit und kannst nichts vergessen!

Dein Freebie sollte nicht nur die Checkliste (oder was immer du bereitstellst) enthalten, sondern sollte wie folgt aufgebaut sein:

  • Deckblatt mit Titel und Subtitel
  • Seite 1 Kurze Vorstellung deiner Person und warum du das Freebie erstellt hast und was du damit bezweckst (siehe Beschreibung) + Foto von dir
  • Seite 2 bis … – dein Freebie
  • Vorletzte Seite: Call to Action. Hier gibt es verschiedene Möglichkeiten: Link zu einem weiteren Freebie, zu einem kleinen Angebot oder zu einem großen Angebot. Was du wählst, hängt davon ab, in welchen Stadium sich dein Business befindet.
  • Letzte Seite: Deine Kontaktdaten mit Name, Webseite und E-Mail-Adresse usw.

Wo kannst du dein Freebie zum Download bereitstellen (hosten)? Und wie immer: Hier gibt es ebenfalls verschiedene Möglichkeiten. Die bekannteste ist sicher Dropbox, aber du kannst auch Google Drive, Onedrive von Microsoft, deine eigene WordPress-Seite oder Amazon S3 verwenden.

B. Die E-Mail-Sequenz

Gratuliere – dein Interessent ist an Bord gegangen und dein Schiff legt ab. Nun beginnt die Reise des Kunden. Dazu brauchst du ein Autoresponder-System. Ich verwende Mailchimp, viele nutzen auch Active Campaign, Cleverreach oder Getresponse, um nur ein paar Möglichkeiten zu nennen.

Checkliste E-Mail-Marketing im Produktlaunch

Mit dieser ultimativen Checkliste hast du den perfekten Überblick über deine E-Mails in allen Etappen eines Produktlaunches. Du erfährst, wen du in jeder Etappe ansprechen musst und welche E-Mails du versenden musst.
Du wirst sehen - das ist mehr, als du vielleicht denkst...

  • Die 1. E-Mail: Das ist die Mail, in der dein Kunde den (Download-)Link zum Freebie erhält. Diese Mail ist in der Regel die „Final welcome email“ nach der Eintragung in deine Liste. Meine Empfehlung: Stelle den Download-Link niemals auf deiner Homepage bereit, sondern versende ihn per E-Mail. Halte die Mail kurz, aber auch nicht zu kurz, weil sie sonst evtl. nicht durch den Spamfilter geht.
  • Die 2. E-Mail: Diese Mail kannst du einen oder zwei Tage nach dem Eintragen versenden. Erzähle dem Abonnenten noch einmal, warum du das Freebie erstellt hast, was seine Vorteile sind und erinnere ihn noch einmal an den Download. Schicke deshalb noch einmal den Link mit.
  • Die 3. E-Mail: Ab der dritten E-Mail versende ich die Mails in einem bestimmten Rhythmus. Ich habe für mich Dienstag und Donnerstag morgens 7:00 Uhr ausgewählt. Du musst für dich entscheiden, welche Tage und Uhrzeiten für den Versand sinnvoll sind. In dieser Mail beginnst du etwas ausführlicher von dir zu erzählen: Wer bist du und was ist deine Geschichte.
  • Die 4. E-Mail: Auch in dieser E-Mail erzählst du von dir. Es geht immer noch um den Beziehungsaufbau zu deinen zukünftigen Käufern. Du berichtest, wofür du stehst, was deine Mission ist und was das große „Warum“ in deinem Business ist. Deine Kunden sollen sehen, wofür du brennst.
  • Die 5. E-Mail: Teile deinen Abonnenten mit, was sie von dir in Zukunft erwarten können. Zum Beispiel, wie häufig du E-Mails versendest und was die Inhalte sein werden, zum Beispiel jede Woche einen Tipp zu… oder ähnliches. Hier kannst du auch einen Mini-Kurs ankündigen oder über deine Facebook-Gruppe reden und die Interessenten einladen.
  • Die 6. E-Mail: Jetzt kannst du ein kleines (zeitlich begrenztes!) Angebot unterbreiten, zum Beispiel ein Einführungs-Webinar zu einem bestimmten Thema, eine persönliche Einführungs-Session oder ein kleines Programm (Challenge, Mini-Kurs o.ä.).
  • die 7. bis 10. E-Mail: In diesen E-Mails fasst du dein Angebot nach. Du erinnerst an die Teilnahme oder dass dein Angebot nur kurze Zeit zur Verfügung steht.

Um jetzt auf mein Beispiel zurück zu kommen: Ich habe für die 3. und 4. Mail meine „Über mich“-Seite zu Hilfe genommen. Ab der 6. Mail bekommen meine Interessenten einen zeitlich begrenzten Zugang zu einer dreiteiligen Webinarreihe, die ich während eines Mini-Kurses mal aufgezeichnet habe. Dieser Mini-Kurs ist ein Ausschnitt aus meinem großen Online-Kurs zur Vorbereitung von Rüstworkshops. Thematisch geht es um die ersten Schritte in der Vorbereitung – wie wählt man die Maschine aus, wie wird das Projektteam zusammengestellt und wie das Kick-Off-Meeting vorbereitet. In den Nachfass-E-Mails weise ich dann auf den Online-Kurs zur Vorbereitung eines Rüstworkshops hin.

Im Grunde ist dieses Vorgehen ein automatisierter Launch.

Wenn meine Abonnenten die E-Mail-Sequenz durchlaufen haben, wandern sie in die große Liste, in der ich alle Adressen sammle. Dann erhalten sie allgemeine Informationen zu neuen Webinaren, Sonderaktionen oder Kursangeboten.

Unabhängig von dieser E-Mail-Sequenz biete ich natürlich Live-Launches an. Da längst nicht alle Abonnenten die E-Mails öffnen und lesen, aber immer noch in der Liste sind, bedeutet das, dass die Themen grundsätzlich interessant sind, aber zum jetzigen Zeitpunkt nicht passen. Deshalb bleibe ich einfach am Ball und biete irgendwann Neues an.

Zusammenfassung: Freebie – E-Mail-Adresse – und was kommt danach?

Damit du deine E-Mail-Adressen gut nutzen kannst, solltest du deine Kunden auf eine Customer Journey – die Reise des Kunden – mitnehmen. Denke vom Ende her: Das Produkt, das du anbietest, muss die logische Folge deinen Freebies sein. Gestalte dein Freebie hochwertig und nutze die anschließende E-Mail-Sequenz für den Beziehungsaufbau zu deinen potentiellen Käufern.

Welche Erfahrungen hast du bereits mit deiner E-Mail-Liste gemacht? Ich freue mich auf deinen Kommentar!