Welche Fehler bei der Unternehmensgründung musst du unbedingt vermeiden?

Ich habe heute eine E-Mail von meinem Kollegen Norbert Kloiber bekommen. Es geht um typische Fehler bei der Unternehmensgründung und die große Frage: „Was machen erfolgreiche Unternehmer anders als alle anderen?“

Ich finde den Inhalt so gut, dass ich diese E-Mail 1:1 hier veröffentlichen möchte.

„Hallo Heide, ich grüße Sie,

in der letzten Email haben wir besprochen, was die „Greiner-Kurve“ ist und das die allermeisten Startups, Gründer, Freelancer, Coaches, Berater, Speaker, Marketer, Networker, Trainer usw. in Wahrheit (unwissentlich) in der 1. oder 2. Stufe der Greiner-Kurve festhängen.

Und häufig wissen diese (falls sie überhaupt wissen, das sie festhängen) nicht einmal warum. Das wollen wir heute ändern und wir werden besprechen, warum reife Unternehmer bereits ganz anders anfangen (und folgerichtig ihre Firmen auch anders führen, andere Prioritäten setzen, andere Todo-Listen haben & mehr Geld verdienen!).

Ich möchte Sie als erstes auf eine höchst erstaunliche Tatsache verweisen: Nämlich das richtige Unternehmer beim Aufbau ihrer (neuen) Firma schon ganz anders beginnen…

  • Sie gründen anders.
  • Sie beginnen den Firmenaufbau anders.
  • Sie lenken ihre neue Firma anders.
  • Sie bauen die neue Firma anders auf.
  • Sie verstehen etwas anderes unter Erfolg.
  • Und sie führen ihre Firma anders. Ganz anders!!

Am deutlichsten wird das vielleicht in der folgenden Grafik. Diese zeigt Ihnen, wie üblicherweise Facharbeiter eine Firma gründen und wie wahre Unternehmer eine Firma gründen (oder neu aufbauen, lenken, steuern und führen).

Fehler bei der Unternehmensgründung

Quelle: http://start.norbert-kloiber.at/wp-content/uploads/2017/08/Richtig-Starten.png

So gründet ein Facharbeiter

Links in der Grafik sehen Sie, wie ein klassischer Facharbeiter, seine Firma gründet, aufbaut und lenkt. Zu dieser Gruppe von Entrepreneuren zählen häufig Trainer, Coaches, Designer, Programmierer, Steuerberater, Marketer, Blogger, Speaker, alle möglichen Freelancer, Vertriebler, Networker, Texter und (leider auch) die allermeisten Startups und Selbstständigen.

Sie alle gründen aus einer fachlichen Expertise heraus, weil sie etwas besonders gut können und/oder eine Nische, Lücke oder Chance am Markt erkannt haben. Der natürliche Impuls dieser Entrepreneure ist nach der Marktrecherche bzw. Nischensuche die Entwicklung des eigenen Produktes. Dies kann sich über Wochen (oder Monate) hinziehen und sie gehen völlig in ihrer Facharbeit, der Produktumsetzung, auf!

Im letzten Schritt kommt die Vermarktung des Produktes. In der Marketingbranche wird dies oft als „Launch“ bezeichnet und meint üblicherweise eine orchestrierte Emailaktion mit möglichst vielen Kollegen und Affiliatepartnern. Danach beginnt der Zyklus von vorn: Nischenrecherche, Produktentwicklung. Launch. Der immergleiche Kreislauf. Nische, Produkt, Launch… Nische, Produkt, Launch… Nische, Produkt, Launch…

Fazit „Facharbeiter-Firma“

Die Probleme (oder Folgen) von Facharbeiter-geführten Firmen sind nicht immer sofort offensichtlich, aber sie sind äußerst gemein. Sie führen systembedingt immer zu 3 schwerwiegenden Hamsterrädern:

  1. Wenn die Firma wachsen soll, braucht sie mehr Kunden. Da der Gründer meist selbst die Kunden aufbaut, rennt er mit zunehmenden Erfolg immer schneller.
  2. Wenn die Firma wächst & mehr Geld verdienen will, braucht sie mehr Produkte und Dienstleistungen. Da der Gründer meist selbst an der Produktentwicklung beteiligt ist, muss er mit zunehmenden Erfolg immer mehr entwickeln.
  3. Wenn die Firma ihre Website und ihr Marketing optimieren will, braucht es immer ausgefeiltere Lösungen für Splittests, Konversionoptimierung, Email-Marketing, Affiliates, PPC, SEO usw.

Da der Gründer meist selbst an Optimierungen (oder am Marketing) beteiligt ist, verbraucht er für „Marketing“ mit zunehmenden Erfolg immer mehr Zeit (und vernachlässigt somit die anderen beiden Punkte).

Die gesamte Firmenentwicklung ist somit letztendlich an das Hamsterrad gekoppelt. Je erfolgreicher die Firma wird… je mehr Kunden, Produkte und Marketing es gibt… desto schneller rennt der Gründer. Das ist die bittere Wahrheit, die ein Facharbeiter nicht sieht. Also rennt er. Und wenn es sein muss bis zum Burnout!

Das Wachstum einer Firma muss stattdessen vom Gründer abgekoppelt werden. Er muss außerhalb der Firma stehen… nicht IN ihr, sondern AN ihr arbeiten. Solange das nicht passiert, wird er gegen Treibsand kämpfen (und immer tiefer in Facharbeit versinken).

So gründet ein Unternehmer

Rechts in der Grafik sehen Sie, wie stattdessen ein Unternehmer seine Firma gründet, aufbaut und lenkt. Zu dieser Gruppe von Entrepreneuren zählen richtige Unternehmer, Strategen, Manager, Visionäre und Leader. Leute, die oftmals unbequem und kantig sind, die ihren eigenen Weg gehen. Unbeirrt dessen, was die „Marketing-Sirenen“ im täglichen Kampf um Aufmerksamkeit säuseln…

Sie gründen nicht aus einer fachlichen Expertise oder einer gefundenen Marktnische heraus, sondern aufgrund einer inneren Haltung, einer Vision oder Mission. Sie wollen etwas bewegen, aufbauen, steuern, lenken, führen und „Geld verdienen“ ist dazu nur Mittel zum Zweck. Geld ist ihr Schmiermittel zum vorantreiben der Vision.

Ihre Firmen bauen sie von Beginn an ganz anders auf. Ja, sie fangen bereits völlig anders an! Ein wahrer Unternehmer entwickelt basierend auf seiner Vision ein Geschäftsmodell. Aufbauend darauf eine langfristige Strategie. Einen groben Plan, wie er (am schnellsten) von A nach B kommt. Durch diese Strategie ergibt sich die Form der Organisation, sprich das Aufbaudiagramm.

Nachdem das steht, wird klar, welche Stellen und Rollen es in der Firma geben wird, ja geben muss, um das Ziel zu erreichen. Es braucht neben Stellenbeschreibungen für jede zukünftige Stelle auch einen Personalplan. Zu jeder Stelle werden anschließend Prozesse, Systeme, Abläufe und Arbeitsanweisungen geschaffen, die in einem Ablaufdiagramm dargestellt werden. Und erst ganz am Ende gibt es sowas wie einen “Marketing-Schlachtplan“.

Fazit „Unternehmer-Firma“

Es ist nicht so, dass es bei Unternehmer-geführten Firmen keine Probleme gibt. Diese gibt es auch, aber es sind völlig andere. Die Probleme werden nicht im „fachlichen“ in Erscheinung treten (zu wenig Leads, Traffic oder Konversion), sondern im „systemischen“ (zu ungenaue Prozesse, Abläufe oder Arbeitsanweisungen).

In Wahrheit könnte der Unterschied kaum gewaltiger sein: Eine Facharbeiter-geführte Firma wird immer mit fachlichen Lösungen versuchen mehr Geld zu verdienen. Eine Unternehmer-geführte Firma wird immer versuchen mit besseren Prozessen, Systemen und Strukturen mehr Geld zu verdienen.

Ein Facharbeiter greift ständig in das Tagesgeschäft ein. Ein Unternehmer würde das niemals tun. Eine Facharbeiter-Firma ist immer von ihrem Gründer abhängig (und damit unverkäuflich), weil er Teil des Systems ist und IN der Firma arbeitet. Eine Unternehmer-Firma versucht völlig unabhängig von ihrem Gründer zu werden (und ist damit verkäuflich), denn er positioniert sich von Beginn an außerhalb der Firma.

Er baut, lenkt und besitzt das System und arbeitet folgerichtig AN der Firma. Eine einmal aufgebaute Firma kann er deswegen auch viel leichter duplizieren, in andere Nischen, Märkte und Länder. Für Facharbeiter gibt es nur Produkte in der Firma. Für Unternehmer ist die Firma das Produkt.

Es ist unmöglich, eine Firma wie ein Facharbeiter zu führen. Sie müssen Sie wie ein Unternehmer führen. Oder Sie werden (langfristig) untergehen. Damit das nicht passiert, werden wir im nächsten Newsletter besprechen, wie genau „Facharbeiter“ und wie „Unternehmer“ ticken. An was glauben diese beiden Gruppen? Welche Bücher lesen sie? Was steht auf deren Todo-Listen? Für was geben sie Geld aus? Und wie glauben sie, dass man erfolgreiche Firmen aufbaut?

Diese Unterschiede werden noch viel verblüffender sein, als die heute besprochene Tatsache, das beide Gruppen völlig unterschiedlich gründen! Könnte es nicht sein, dass ERFOLG bzw. Der Aufbau eines soliden und umsatzstarken Unternehmen etwas mit diesen Unterschieden zu tun hat? Und eben nicht mit den „Sirenen“ der Marketing-Branche die da heißen: Du brauchst mehr Leads, mehr Traffic, mehr Sales?!

Wir werden es herausfinden im nächsten Newsletter…

Beste Grüße Norbert Kloiber

PS: Im nächsten Newsletter schicke ich Ihnen wieder eine tolle Grafik mit. Drucken Sie sich diese aus, sie werden bald ein “größeres Bild” ergeben, wodurch Sie Ihre Firma mit völlig anderen Augen betrachten werden…“